Wo beginnt Digitalisierung? Wo stehe ich aktuell mit meinem Unternehmen? Mache ich im Marketing alles richtig? Und was sind die ersten Schritte, um meine Marketingstrategie zu verbessern? Die Digitalisierung bringt eine Vielzahl von Chancen – hat aber auch erhebliche Unsicherheiten mit im Gepäck. So wird der Faktor „fehlende Kompetenzen/Fachwissen“ auf Platz 1 der Hemmnisse in der strategischen Umsetzung von Digitalisierung gesehen*. Erschwerend hinzu kommt, dass die Welt der Digitalisierung einen Paradigmenwechsel darstellt.
Dass die Digitalisierung Auswirkungen hat, steht außer Frage. Dass es für alle Branchen wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen, ebenfalls. Häufig unbeantwortet bleibt jedoch die Frage nach einer Strategie, einer konkreten To-Do Liste, um Klarheit und Sicherheit in das vermeintliche Chaos zu bringen. Hier bietet sich die Einsortierung in vier Felder an:
1. Die Welt der Digitalisierung
Um auf einem Geschäftsparkett erfolgreich zu agieren, müssen zunächst Inhalte, Gepflogenheiten, Interaktionen und Beziehungen ausgemacht werden. Für die Digitalisierung bedeutet das, die aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen zu beobachten und zu verstehen, neue Digitalansätze zu erkennen und zu versuchen, aus den bestehenden Informationen das Zielgruppenverhalten der Zukunft abzuleiten.
Konkret bedeutet das für Sie vor allem eines: Zuhören. Jede Minute erzählen Akteure der Digitalisierung eine neue Geschichte. Und das schöne ist: sie erzählen sie öffentlich. Das üppige Medienangebot liefert mehr als genug Inhalte, um sich einen Überblick verschaffen zu können. Legen Sie fest, welche Themenfelder für Ihre Unternehmung interessant sind, wählen Sie entsprechende Medien und konsumieren Sie alles, was Sie bekommen können. Egal ob Podcast, Reportage oder Zeitungsartikel. Der Schlüssel liegt hier in der Kontinuität. Legen Sie sich eine Routine zurecht, um immer am Ball zu bleiben und keine Entwicklung in ihrer Branche zu verpassen.
Was können Sie tun?
- Zuhören!
- Überblick über das Medienangebot verschaffen!
- Individuell relevante Themenfelder festlegen!
2. Kunden-Digitalisierung
Nicht nur Sie stecken mitten in der Digitalisierung – Ihre Kunden ebenfalls. Damit die Bedürfnisse der Kunden verstanden werden können, ist es enorm wichtig, herauszustellen, in welcher Entwicklungsphase sich das Unternehmen des Kunden befindet. Welche digitalen Änderungen des Kunden beeinflussen Ihre Kundenbeziehung? Die Antwort auf diese Frage liefert Ihnen eine Grundlage für die Prognose, welche Vorgehensweisen Ihre Kunden in der Zukunft planen. Hier kann es von Land zu Land unterschiedliche Reifegrade der Digitalisierung geben, die es zu beachten gilt.
Befragen Sie Ihre Kunden. Hören Sie bewusst hin. Sprechen Sie auf Messen mit den einzelnen Interessenten und schauen Sie sich genau die Branchen an, in denen Ihr Unternehmen Handel betreibt.
In den ersten beiden Feldern ist Ihre Rolle zunächst eher „passiv gestaltend“. Ihre Aufgabe liegt darin, die richtige Balance zwischen Informationsaufnahme und Informationsselektion zu finden. Zentral ist hier, aus der Informationsflut genau herauszuarbeiten, welche Bereiche für Sie und ihre Unternehmung wichtig sind, um Schlüsse für eine Handlungserweiterung im Marketing abzuleiten.
Was können Sie tun?
- Hinhören!
- Kunden befragen!
3. Prozess-Digitalisierung (interne und externe Prozesse)
Das dritte Feld dreht sich um die Verbesserung tatsächlich existierender Prozesse im Unternehmen. Neben den eigenen Prozessen gilt es externen Prozessen, genauer gesagt Kunden, anderen Unternehmen und Agenturen Aufmerksamkeit zu schenken, die das eigene Geschäft unmittelbar betreffen.
Achtung! Unternehmen ist nicht gleich Unternehmen und Kunde ist nicht gleich Kunde. Gerade was die Prozessgeschwindigkeit angeht. Erkenntnisse aus den eigenen, internen Prozessen lassen sich nicht eins zu eins auf die Umwelt übertragen. Hier ist ein Perspektivwechsel erforderlich. Verbesserungen können nur herbeigeführt werden, wenn jeder Kunde und jeder potenzielle Kunde aus einem eigenen Blickwinkel betrachtet wird.
In der Praxis bedeutet das die Einführung von einfachen Marketingplattformen zur besseren Zusammenarbeit. Durch die Bereitstellung von Content an einer Zentralstelle kann ein allgemein gültiger Datenbestand geschaffen werden, der sowohl die Kommunikations- und Marketingaktivitäten erhöht als auch Doppelarbeit und Redundanzen reduziert. Sinnvoll ist an dieser Stelle die Aufteilung in PIM oder DAM Systeme, also in produktbezogene Informationen und nicht-produktbezogene Informationen (z.B. Bilder, Videos, Dokumente).
Zugegeben: Dieses Feld ist umfangreich und komplex. Den Bereich werden Sie zunächst noch nicht überblicken können. Doch jede noch so weite Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Deswegen: Fangen Sie an!
Was können Sie tun?
- Beginnen!
- Interne und externe Prozesse analysieren, Prozessgeschwindigkeit beachten!
- Marketingplattformen errichten!
4. Produkt-Digitalisierung
Gerade im B2B-Bereich ist die Produktdigitalisierung ein wichtiges Feld. Die Einbindung von Produkten in ein Netzwerk bzw. in eine Smart Factory wird auch in Zukunft die Unterscheidung zum Mitbewerb sein. Smart Factories organisieren sich autonom, menschliches Eingreifen ist meist nicht notwendig. Digitalisierte Produkte sind dazu in der Lage, mit ihren Fertigungsanlagen zu kommunizieren. Hier gilt es, Anknüpfungspunkte für die eigene Produktion und das eigene Produkt zu finden.
Treiben Sie die Produktentwicklung im eigenen Unternehmen voran. Nach der Devise „make or buy decisions“ müssen Sie sich die Frage stellen, welche Weiterentwicklungen mit eigenen Kapazitäten durchzuführen sind und wo sie auf schon bestehende Digitallösungen aufsetzen können. Selektierte Informationssammlung in Stufe eins bildet hier eine gute Vorarbeit und erleichtert Ihnen das Leben enorm.
Was können Sie tun?
- Weiterentwickeln!
- Make or buy decisions
Resümee
Hier die bereichsbezogenen Aufgaben im Überblick:
- Zuhören und Innovationen der Digitalisierung verstehen.
- Hinhören, was der Kunde sagt. Befragen Sie Ihre Kunden!
- Seien Sie selbst der Treiber der eigenen digitalen Prozesslandschaft und beginnen Sie hier im Marketing.
- Führen Sie bezogen auf Ihre Produkte eine Weiterentwicklung der Digitalisierung an.

